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Unsere Position, unsere Meinung

Die Wiener Rechtsanwaltskammer vertritt nicht nur die Interessen aller in Wien niedergelassenen Rechtsanwälte, sondern fungiert auch für Bürgerinnen und Bürger, die rechtlichen Rat suchen, als Servicestelle.

Stalking

1. Wenn mir eine Frau gefällt und ich ihr Rosen schicken möchte, ist das strafbar?
Charmante Gesten werden auch vom Gegenüber als charmant wahrgenommen. Freundlichkeiten und Aufmerksamkeiten sind nicht prinzipiell als Stalking zu verstehen. Die Grenze ist dort, wo eine Geste aufdringlich wird, wo in die Privatsphäre der Person in bedrohender Art und Weise eingegriffen wird. Wenn Ihnen jeden Abend vor Ihrer Haustür ein Mann auflauert und Blumen überreichen will, so ist das nicht mehr eine charmante Geste, sondern mehr als aufdringlich. Darüber hinaus kann die einzelne Frau dieses Verhalten auch als Bedrohung wahrnehmen und Angst haben, dass weitere Übergriffe von Seiten des anderen stattfinden können.
Stalking kann sich verschieden äußern: Belästigungen per Telefonanruf, per SMS, Briefe schreiben an Angehörigen etc. Die Vorkommen und Facetten sind umfangreich. Der Stalker ist in einer obsessiven Art und Weise dem Opfer zugetan.
Mit Liebe hat das alles nichts zu tun. Es geht im Gegenteil viel mehr um das Besitzen, den anderen unbedingt haben wollen, haben müssen. Dahinter verbirgt sich natürlich auch ein Machtanspruch. Viele gestalkte Opfer empfinden sich auch als ohnmächtig gegenüber den Aufdringlichkeiten und Angriffen des Stalkers.
 
2. Werden nur Frauen gestalkt?
Nein, es sind nicht immer nur Frauen, auch Männer werden gestalkt. Die Art und Weise des Stalkings ist dabei nicht grundsätzlich anderer Gestalt, es ähnelt sich sehr.

3. Hat Stalking in letzter Zeit zugenommen?
Stalking hat es prinzipiell schon immer gegeben. Es ist sicherlich in den letzten Jahren massiver geworden. Das hat natürlich auch mit den verschiedensten Kommunikationsmöglichkeiten zu tun. Handy, Telefonanrufe, die überall und zu jeder Zeit möglich sind, SMS-Nachrichten etc. Es hat sicherlich auch damit zu tun, dass der normale soziale Zusammenhalt  in unserer Gesellschaft auseinander fällt und die normale Kontaktnahme von Mensch zu Mensch immer seltener stattfindet.
Vereinzelung und Einsamkeit sind Phänomene unserer Zeit.
 
4. Kann sich ein Opfer wehren?
Wichtig ist es, einen Rechtsanwalt des Vertrauens aufzusuchen, sich beraten zu lassen. Eine Anzeige ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, dem Stalker Schranken zu weisen. Da es sich dabei nicht um Zuneigung und Liebe handelt, sondern es vielmehr um Besitz und Macht geht, ist auch an eine Anzeige zu denken, um sich einerseits aus der Ohnmacht zu befreien, die man als Opfer empfindet, und andererseits auch die Macht, den Raum, den sich der Stalkende genommen hat, zu beschränken. Eine entsprechende Beratung durch Ihren Rechtsanwalt vor Anzeigenerstattung ist dringend zu empfehlen.
 
5. Wird der „Stalkende“ nicht erst recht aggressiv, wenn man den Fall zum Rechtsanwalt bringt und gegebenenfalls Anzeige erstattet?
Das ist oft eine Angst, die viele Stalking-Opfer haben. Die Realität zeigt aber, dass in der Mehrheit der Fälle das Gegenteil eintritt. Da es sich um Besitzanspruch und Machtanspruch handelt und nicht um Liebe und Zuneigung, wird der Stalkende durch eine Anzeige vielfach eingeschüchtert und ändert aus der vermeintlichen Bedrohung, die ihm widerfährt, sein Verhalten.
 
6. Wo erhalten Stalking-Opfer Beratung?
Kostenlose Rechtsauskünfte erhalten Sie im Rahmen der Ersten Rechtsanwaltlichen Auskunft bei der Rechtsanwaltskammer Wien von Montag bis Donnerstag von 17:00 bis 19:00 Uhr (gegen vorherige Nummernausgabe) in 1010 Wien, Rotenturmstraße 13.
Auf unserer Homepage, Link "Rechtsanwaltssuche" finden Sie den Rechtsanwalt, die Rechtsanwältin Ihrer Wahl.

Das Anti-Stalking-Gesetz

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12.10.2015 | Mail an den Autor

Ein Stand wehrt sich

Der Rechtsanwaltstarif ist eine Säule, um der Anwaltschaft eine angemessene Entlohnung zu sichern. Der Tarif ist seit 7 Jahren eingefroren, die Inflation beträgt inzwischen mehr als 15 Prozent. Die Justizminister Karl und Brandstetter gestanden zwar die Notwendigkeit der Anpassung ein, haben diese aber nicht durchgesetzt. Die Rechtsanwaltschaft sieht sich aufgrund der nicht eingehaltenen politischen Zusagen gezwungen, die kostenlose Rechtsberatung vorläufig ab November einzustellen.
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