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17.10.2011 | Blawgarchiv | Mail an den Autor

Dr. Elisabeth Rech,
Es ist Zeit

Laut Statistik der Universität Wien sind im Sommersemester 2011 im Studienprogramm Rechtswissenschaften insgesamt 11.129 Studierende inskribiert. Nach Geschlecht aufgeteilt handelt es sich um 5.014 Männer und 6.115 Frauen. Mehr als die Hälfte, nämlich knapp 55 % der Jus-Studenten sind somit weiblich. Von einem mangelnden Interesse der Studentinnen an dieser Studienrichtung kann somit keine Rede sein. Bei den RechtsanwaltsanwärterInnen sieht es bereits ein wenig anders aus. Von insgesamt 1.902 in Österreich sind 868 weiblich, sohin 45 %. Der weibliche Anteil im Verhältnis zu den Studentinnen hat sich um 10 % gesenkt. Wirklich interessant wird es bei den RechtsanwältInnen. Bei einer Anzahl von insgesamt 5.518 per 31. 12. 2010 in ganz Österreich sind nur mehr 1.001 weiblich. Der Anteil ist auf 18 % gesunken. In Wien ist der weibliche Anteil mit 21 % nur etwas höher. Betrachtet man die Entwicklung der Rechtsanwaltschaft in den letzten 40 Jahren so ist die Anzahl der RechtsanwältInnen von 2.000 im Jahr 1970 auf 5.518 im Jahr 2010 gestiegen. Der Frauenanteil wuchs von 5 % anno 1970 auf 18 % anno 2010, wobei immerhin in den letzten 10 Jahren der Anstieg 6 % betrug. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil der Rechtsanwaltsanwärterinnen von 15 % auf 45 % gestiegen. Was erkennen wir aus diesen Zahlen? Das Interesse am Beruf des Rechtsanwaltes ist auch bei Frauen groß, andernfalls
würde die anspruchsvolle Ausbildung bis in das Stadium der Rechtsanwaltsanwärterin nicht auf sich genommen werden. Der letzten Schritt, die Angelobung zur Rechtsanwältin, wird jedoch von vielen gescheut. Daran hat sich in den letzten 40 Jahren im Vergleich zu anderen EULändern,
in denen das Verhältnis zwischen Männern und Frauen zum Teil sogar gleich ist, viel zu wenig geändert. Woran liegt die mangelnde Attraktivität
dieses Berufes für Frauen? Mit Sicherheit nicht an der Tätigkeit an sich. Denn der Beruf der Rechtsanwältin ist spannend und abwechslungsreich. Jede kann ihren Fähigkeiten entsprechend einen Bereich finden, der sie interessiert und in dem sie reüssieren kann. Wie erfolgreich und auch von den Klienten geschätzt und gefragt Rechtsanwältinnen sind, beweisen die weiblichen Advokaten Tag für Tag. Daran kann es also nicht liegen. Aber – und das ist das wesentliche Hindernis – dieser Beruf ist derzeit nach wie vor nicht familienfreundlich. Es ist an der Zeit, daran etwas zu ändern. Das wird nicht von einem Tag auf den anderen möglich sein, denn auch die Gesellschaft spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die Interessenvertretung der RechtsanwältInnen hat aber jedenfalls diese Entwicklung voranzutreiben und in ihrem Bereich das Mögliche zu tun, um auch Frauen diesen Beruf verstärkt zu ermöglichen, ohne auf eine Familie verzichten zu müssen. Die Rechtsanwaltskammer Wien wird sich dieser Herausforderung stellen. Das ist sie ihren Mitgliedern, vor allem der großen Anzahl von Rechtsanwaltsanwärterinnen schuldig.

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12.10.2015 | Mail an den Autor

Ein Stand wehrt sich

Der Rechtsanwaltstarif ist eine Säule, um der Anwaltschaft eine angemessene Entlohnung zu sichern. Der Tarif ist seit 7 Jahren eingefroren, die Inflation beträgt inzwischen mehr als 15 Prozent. Die Justizminister Karl und Brandstetter gestanden zwar die Notwendigkeit der Anpassung ein, haben diese aber nicht durchgesetzt. Die Rechtsanwaltschaft sieht sich aufgrund der nicht eingehaltenen politischen Zusagen gezwungen, die kostenlose Rechtsberatung vorläufig ab November einzustellen.
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